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Die Mayakultur in Lateinamerika

By Pia Prost

Wer sich für Geschichte und die monumentalen Bauwerke früherer Zeiten interessiert, der sollte sich unbedingt Gedanken über eine Reise nach Lateinamerika machen, denn hier findet man welche der wohl bekanntesten und beeindruckendsten Kulturdenkmäler der Welt.

Bereits 2000 v.Chr. siedelten sich die ersten Mayas, eines der indigenen Völker Südamerikas, in Süd- und Südost-Mexiko an. Man vermutet, dass die ersten Menschen über die Bering-Straße von Sibirien her dort hingelangten. Die ersten archäologischen Funde belegen, dass die erste Maya-Siedlung wohl in Cuello (Belize) aufgebaut wurde und sich von dort aus das Territorium der Maya-Kultur sowohl nach Norden in die Tiefebenen, als auch nach Süden ins mexikanische Hochland ausdehnte. Allgemein lässt sich das geografische Territorium in drei Regionen unterteilen: die nördliche Yucatán-Halbinsel mit sehr flachem Land und wenig Flüssen , die mittlere Regenwaldregion mit vielen Flüssen und die südliche Region, die das mexikanische und guatemalische Hochland kennzeichnet.

Die Mayakultur bestand nicht aus einem einheitlichen Staat und unterteilte sich in 15 verschiedene Regionen, die alle ihren eigenen Lebens- und Baustil entwickelten. Allgemein war das Maya-Volk für die damalige Zeit sehr hoch entwickelt, was an den monumentalen Tempel- und Palastbauten deutlich wird. Ebenso waren sie sehr erfahren im Maisanbau, konnten schon komplizierte Operationen am Gehirn durchführen und entwickelten sehr fortschrittliche Zahlensysteme, anhand derer sie auch den berühmten Mayakalender erschufen.

Die Mayas waren ein sehr gläubiges Volk und verübten viele spirituelle Riten und Opfergaben, in Einklang mit den Mondphasen und kosmischen Sternenkonstellationen. Bei den Opfergaben handelte es sich um Menschenopfer, die in sehr strikten und meist sehr blutrünstigen Zeremonien den verschiedenen Göttern aus Angst vor Missgunst geopfert wurden - und um immer eine Verbindung zum Jenseits zu halten. Die Menschenopfer waren, nicht wie man vermuten würde, meist wohlhabende freiwillige Männer und Frauen, für die es eine Ehre war, für ihr Volk und dessen Wohlergehen zu sterben.

Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Besiedlung des Mayaterritoriums sehr stark, zum einen durch Kriege zwischen den einzelnen Völkern, zum anderen durch Hungersnöte und Naturkatastrophen und bedeutende Städte, wie z.B. Palenque wurden zu verlassenen Geisterstädten. Mit der Zeit zogen sich die Mayas immer weiter ins Südliche Hochland um die Stadt Yucatán zurück, weil hier die Lebensbedingungen wohl am Besten waren. Dort überlebten sie auch als autarke Kultur, bis im 16 Jahrhundert nach Christus die spanischen Eroberer alle Mayastädte annektierten. Heute leben noch immer an die 6 Millionen Mayas in Honduras, Guatemala, Belize, sowie auf der Yucatán-Halbinsel. Die Religion ist allerdings mittlerweile eine Mischung aus den alten Maya-Traditionen und dem Christentum und beinhaltet keine Menschenopfer mehr sondern Tiere, Gewürze oder Kerzen.

Einige der vielen erhaltenen Tempelanlagen der Mayastädte, zur Blütezeit an die 60 Städte, sind heute gut organisiert zu besichtigen. Die meisten Reiserouten beginnen am nördlichen Zipfel der Yucatán-Halbinsel in Cancún. Von da aus kann man beispielsweise eine Rundreise beginnen nach Chichén Itzá, Mérida und Campeche, weiter nach Villahermosa, Chiapa de Corzo bis zum südlichsten Teil der Route nach San Cristóbal de las Casas. Von dort aus kann man wieder richtung Norden reisen über Palenque, Bonampal, Tical, Belize und San Ignacio und weiter über Chtumal und Tulum nach Playa del Carmen. Hier kann man am Ende der Reise hervorragend noch ein paar schöne Tage am Meer verbringen, bevor man dan von Cancún aus wieder Richtung Heimat aufbricht.

Sowohl kulturell, als auch landschaftlich ist diese Reise ein absoluter Traum. Man bekommt die unterschiedlichsten Landschaften und damit einhergehenden kulturellen Zonen zu sehen, vom Flachland, über den Regenwald bis ins Hochland und nicht zu vergessen die traumhaft karibischen Küstenregionen. Alles in allem ist diese Region Lateinamerikas ein absolut lohnenswertes Reiseziel und lässt sich auch noch perfekt mit einem Spanischsprachkurs kombinieren, zumBeispiel in Playa del Carmen.



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